WindelFrei Erfahrungsbericht: Annas inspirierende Geschichte über WindelFrei von Anfang an und einen Spätstart

Norma Burow/ June 20, 2022/ 0 comments

“Wir sind mit unserem 1. Kind ziemlich unverblümt gestartet.” Erzählt Anna im Interview zu ihren WindelFrei Erfahrungen. Mittlerweile haben sie ein Pflegekind aufgenommen, das mit 4 Monaten zum allerersten Mal abgehalten wurde. Und es hat seeeehr deutlich signalisiert, dass es mal musste!

Dieses Interview ist der Auftakt zu meiner Interviewreihe zu WindelFrei Realtalk… Du findest das Interview hier niedergeschrieben oder als Audio, falls du es lieber hören möchtest. Viel Spaß!

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Anna hat zwei Kinder. Sie hat ein jetzt mittlerweile dreieinhalb jähriges Kind, das sie WindelFrei von Anfang an begleitet haben. Und sie hat ein Pflegekind dazugenommen, das jetzt mittlerweile schon sieben Monate alt ist.

Wie genau Anna ihr erstes Kind und dann auch das zweite Kind WindelFrei begleitet (hat) und wie sie dazu kamen, erzählte sie mir anhand folgender Fragen:

Welche WindelFrei Erfahrungen habt ihr bei eurem ersten Kind gesammelt?

Danke schön, dass ich meine Geschichte ein bisschen teilen darf.

Mit unserem ersten Kind sind wir ziemlich unverblümt gestartet. Ich habe schon ein bisschen bei Bekannten mitbekommen und nach der anfänglichen Skepsis und drei Tage, die unser Sohn immer auf den Wickeltisch gepinkelt hatte, hat mein Mann sich entschieden, dass er das es jetzt doch mal probiert. Und so hat er ihn das erste Mal abgehalten. Und prompt ging gleich was ins Töpfchen.

Dann waren wir so begeistert davon, dass das ja sofort geklappt hat und wir sein Bedürfnis da so gut verstanden haben, dass wir es wieder und wieder gemacht haben. Am Anfang nur in Standardsituationen beim Wickeln und beim Stillen.

So ging das unglaublich schnell!

Ich glaube, es hat keine Woche gedauert, bis er dann seinen Stuhlgang nur noch ins Töpfchen verrichtet hat, immer.

Anna, WindelFrei Erfahrungsbericht

Und das war für uns eine unglaubliche Erleichterung, weil wir ja auch mit Stoffwindeln gewickelt haben. Da war das natürlich schön.

Und von da an lief das echt unglaublich gut, bis er so sechs Monate alt war und das Krabbeln angefangen hat. Ab da hatte er erst mal tagsüber keine Zeit mehr fürs Töpfchen…

Nachts hat sich aber noch total bereitwillig abhalten lassen und hat das auch eingefordert. Er war dann auch, ich glaube, ab vier Monaten ohne Windel nachts, weil er einfach unglaublich zuverlässig Bescheid gesagt hat, wenn er musste.

Wir sind tagsüber dann trotzdem dran geblieben und haben trotzdem immer angeboten. Mit einem Jahr hat das Abhalten dann wieder selber eingefordert und eigentlich auch wieder relativ zuverlässig Bescheid gesagt.

Außer, es war dann so sehr viel los, dann ging auch mal was in die Hose. So bis er ungefähr 14-15 Monate war. Ab da war er wirklich zu Hause und unterwegs immer ohne Windel. Kurz darauf, also so zwei-drei Monate später hat es dann auch bei der Oma und Opa geklappt, weil da ging es anfangs noch nicht. So war das für uns eine sehr positive Erfahrung!

Habt ihr bestimmte Signale erkannt?

Also, er war einfach unglaublich unruhig und hat so ein bisschen gemeckert, würde man sagen, wenn er musste. Wobei wir eigentlich ja erst mal nur in den Standardsituationen abgehalten haben.

Mein Mann hat das nur im Urlaub, also sprich, wenn er wirklich viel Zeit mit ihm verbracht hat und ich unterwegs war, dann hat er auch die Zeichen erkannt. Also dank klassischer Rollenaufteilung lag das Erkennen tatsächlich bei mir, also dass ich gemerkt habe: okay, das bedeutet jetzt, er muss mal.

Nachts war es auch so: Er ist einfach sehr unruhig geworden. Er hat sich dann hin und her gewälzt. Was sich dann auch teilweise wirklich bis zu einer Stunde hinzog, bevor er dann beschlossen hat dann doch in die Windel zu pinkeln. Also das war insbesondere dann, wenn ich mal schlecht geschlafen oder sehr tief geschlafen habe. Genau dann ging doch mal was daneben. Aber das war wirklich sehr selten.

Gibt es ein markantes Ereignis, das euch nachhaltig beeindruckt hat, von dem ihr gerne mal erzählt?

Also ich finde tatsächlich, was ich unglaublich faszinierend fand, war, dass er einfach so früh nachts Bescheid gesagt hat. Ich hatte als Kind mit Bettnässen zu tun. Und da war es für mich doppelt faszinierend, dass er so früh wusste, dass er jetzt muss und dafür halt auch aufgewacht ist – richtig aufgewacht ist. Das war das eine, was ich sehr, sehr faszinierend fand.

Was ich auch sehr faszinierend fand, war, wenn wir auf der Autobahn unterwegs waren und er angefangen hat zu meckern, weil er Stuhlgang erwartete, dass er dann noch warten konnte! Wir haben ihm gesagt, dass wir erst den nächsten Parkplatz abwarten müssen und dann abfahren können. Und dieses vier-fünf Monate altes Würmchen, hat dann einfach gewartet. Das war sehr faszinierend.

Vieles blieb uns im positiven Sinne in Erinnerung! Was uns bestärkt hat, war mal eine Situation, in der dann doch mal Stuhlgang in die Windel ging und wir einfach maßlos überfordert waren, mit der Frage nach: Wie kriegen wir das Kind jetzt wieder sauber???

Das hieß für uns auch, dass wir noch mal die Bestätigung hatten, dass es für uns definitiv der entspanntere Weg ist, einfach dieses Bedürfnis zu erfüllen.

Das Kind war glücklich und wir auch, weil wir einfach nicht sauber zu machen hatten!

Anna WindelFrei Erfahrungsbericht

Das bestätigt mich auch immer, wenn ich bei anderen Eltern sehe, wenn der Stuhlgang in die Windel geht und mir dann denke: oh bin ich froh, dass wir das nicht haben.

Warum eigentlich WindelFrei? Was bedeutet WindelFrei für euch? Wie passt das in euer Leben oder in eure Wünsche und Träume?

Wir wollen sehr bedürfnisorientiert leben.

Was uns zusätzlich schon sehr geprägt hat, ist, dass wir, bevor unser Kind überhaupt unterwegs war, eine Pflegesituation hatten mit meinem Schwiegervater. Einem schon alten Menschen, der einfach seine Ausscheidungen nicht mehr halten konnte. Wie unangenehm dann das Leben ist.

Die Pflege eines Angehörigen hat mir nochmal das Bewusstsein darüber gegeben, wie unangenehm das auch für einen Säugling sein kann.

Anna, WindelFrei Erfahrungsbericht

Nur weil wir in der westlichen Welt davon ausgehen, dass Kinder in die Windel machen, ist das nicht zwingend der Fall. Und das war dann schon für mich so ein Grundpfeiler, der mich dazu gebracht hat, es wirklich zu versuchen.

Und eben auch das Bedürfnisorientierte daran. Es muss ja nicht zwingend so sein, aber ich für mich habe schon das Gefühl, dass ich mein Baby dadurch unglaublich gut gekannt habe. Ich wusste einfach: muss er jetzt oder ist er einfach nur so? Passt irgendwie was anderes nicht. Und das fand ich total schön.

Und dann kommt definitiv auch dazu, dass wir versuchen, ein bisschen umweltbewusst zu leben. Das heißt, wir wickeln eben mit Stoff. Und da ist es natürlich sehr angenehm, wenn gerade das große Geschäft nicht in der Windel landet.

Nun kam es dazu, dass ihr ein Pflegekind im Alter von vier Monaten aufgenommen habt. Wie sind eure Erfahrungen als WindelFrei Spätstarter:innen? Wie habt ihr angefangen?

Also, wir haben es das erste Mal gesehen und haben da schon gemerkt bei der Flaschenfütterung, dass das Baby unglaublich unruhig ist.

Da haben mein Mann und ich uns angeschaut und es war nonverbal zu spüren: Dieses Kind muss aufs Klo.

Anna, WindelFrei Erfahrungsbericht

Und prompt hat auch die Bereitschafts Pflegemutter gesagt: “Ja, beim Trinken, da macht sie immer in die Windel.”

Dazu kam, dass sie sehr, sehr häufig gemacht hat. Also den ganzen Tag über, eigentlich fast bei jeder Flasche war die Windel voll. Zudem hatte sie auch sehr aggressiven Stuhlgang, wodurch die Haut am Po immer sofort rot wurde.

Als wir mit ihr zuhause waren, ist sie in der ersten Nacht unruhig geworden beim Flasche füttern und ich habe sie übers Töpfchen gehalten. Zack, hat sie rein gemacht. Das war für mich nochmal so faszinierend.

Ich war ja schon bei unserem ersten Kind unglaublich fasziniert, dass das so funktioniert: Dass ich das so wahrnehmen kann und er mir das so sagt. Und dennoch fand ich es beim zweiten Kind einfach noch mal faszinierender, weil sie ja nun mal vier Monate lang ja, ich möchte eigentlich schon sagen, in diesem Bedürfnis ignoriert wurde. Es wurde nicht erkannt. Das war für uns einfach noch mal viel, viel faszinierender.

Jetzt ist unser “WindelFrei” Pflegekind sieben Monate und wir haben keinen Stuhlgang in der Windel. Nachts, anders als beim ersten Kind, hat sie eine Windel an und pinkelt auch ohne Probleme in die Windel. Darüber hatte sich unser Sohn ja beschwert hat, also sobald es nass war. Das stört sie jetzt überhaupt nicht und das ist auch völlig in Ordnung für uns.

Wir haben auch festgestellt, während bei Kind 1 die Nächte besser waren MIT abhalten, sind jetzt bei Kind 2 die Nächte besser OHNE abhalten.

Das ist ja, glaube ich, auch was: Es gibt keine stupiden Regeln, sondern wir gestalten das einfach so, wie es in unser Leben rein passt.

Wie lebt ihr WindelFrei tagsüber mit eurem Baby?

Wenn wir sie wickeln, halten wir sie immer ab. Und dann ist es auch oft so, dass sie mal pinkelt…

Sie ist aber auch sehr viel nackig, einfach auch weil sie sich dann mehr bewegt. Mal geht es daneben und mal kriegen wir es mit. Wir können da tatsächlich nicht so deutlich die Signale erkennen wie jetzt bei unserem Sohn.

WindelFrei mit mehr als einem Kind… Hat es noch mal eine andere Bedeutung, zwei Kinder zu haben für euer WindelFrei Leben?

Also, ich habe mir auch schon länger überlegt: Erstens: Wird das überhaupt noch was, weil sie ja nun mal schon so alt war. Und zweitens: Ob wir das überhaupt in unser Leben mit zwei Kindern schaffen… Man ist ja nun mal oft hin- und hergerissen zwischen den Bedürfnissen aller und dann hat man seine eigenen auch noch. Doch ich könnte es aber gar nicht.

Ich kann es ja so klar erkennen, dass sie nicht in die Windel machen möchte und ich könnte das gar nicht ignorieren.

Anna, WindelFrei Erfahrungsbericht

Aber ich müsste es definitiv bewusst ignorieren! Die Bereitschafts Pflegefamilie hat das ja einfach nicht bedacht. Ihrer Einschätzung nach, hatte sie Blähungen und weine deshalb.

Ich glaube, selbst wenn unsere Kinder vom Alter her näher aufeinander gewesen wären und vielleicht sogar noch massiver Bedürfnisse da gewesen wären, ich könnte es dennoch nicht nicht machen. Es gehört einfach zu uns. Also für mich gehört es zu jeder Begleitung eines Babies einfach dazu. Ja, genau.

Wie steht ihr zu dem Ziel eine 100%ige Trefferquote zu bekommen und was hat Kommunikation damit zu tun?

Wir bieten unserem Baby vor allen Dingen in den Standardsituationen das Abhalten an. Wenn wir zu Hause sind, dann ist sie häufig unten ohne und WindelFrei nachts heißt, sie trägt eine Windel. Es ist nicht unser Ziel, eine 100%ige Trefferquote zu bekommen.

Unser Ziel ist vielmehr, dass es uns allen gut geht. Wir finden unseren eigenen Weg. Wir haben eben bspw. festgestellt, dass sie nachts zwar Bescheid sagen würde, wenn sie nackig schlafen dürfte. Doch dann wacht sie aber auch wirklich alle 3/4 Stunde bis Stunde auf. Und das ist für mich definitiv nichts, was ich in mein aktuelles Leben integrieren kann.

Ich kann den fehlenden Schlaf nicht mehr wie beim ersten Kind einfach auch tagsüber schlafen… d.h. ich muss nachts schlafen. Schlaf geht dann einfach vor.

Abgesehen davon, dass sie sich auch nicht beschwert. Sie schläft dann einfach ihre Stunden. Unser Sohn hat sich einfach gleich beschwert, wenn er musste oder auch wenn er dann nass war.

Es ist für uns zuoberst das Ziel, dass es uns allen gut geht. Und wenn wir merken, dass sie tagsüber muss, dann zieh ich sie auch jederzeit aus wenn möglich. Und wenn es nicht möglich ist – ich denke aber, sie muss, dann kommuniziere ich das stark.

Ich habe auch das Gefühl, dass sie das wirklich wahrnimmt. Vielleicht einfach in der Art, wie ich sag. Sie kann sich dann einfach schneller entspannen und akzeptieren, dass das so ist.

Wie reagiert euer Umfeld darauf?

Ganz unterschiedlich. Jetzt bei Krankheit gab es zwar manche Reaktionen, die gesagt haben: “Na ja, jetzt braucht ihr euch den Stress nicht auch noch antun.” Aber die meisten kannten es ja schon vom ersten Kind.

Beim ersten Kind waren schon viele dabei, die das erst mal irritierend fanden. Und ich muss sagen, ich kann es völlig verstehen. Als ich das allererste Mal damit in Berührung kam, dachte ich mir ja auch: Na, was ist denn mit euch los? Von daher kann ich das total gut nachvollziehen.

Doch es gibt auch sehr viele, die das super faszinierend finden,…

…dass das bei Kindern einfach so problemlos geht und so nebenbei läuft.

Anna, WindelFrei Erfahrungsbericht

Viele stellen fest, dass es ihnen fast gar nicht auffällt, ob ich gewickelt habe oder abhalte. Das ist ja nichts, was ich jetzt zelebriere oder so, sondern wir ziehen uns schon auch immer ein bisschen zurück. Wie beim Wickeln auch.

Was möchtest du werdenden Eltern mitgeben? Hast du vielleicht Tipps für WindelFrei?

(WindelFrei ist ja ansich ein Kunstbegriff und umfasst diverse Ausprägungen. Viele Menschen sind damit noch nicht in Kontakt gekommen sind, denn der Begriff irritiert, suggeriert er doch, dass Babys komplett ohne Windeln sein müssen. Doch das stimmt so nicht.)

Macht WindelFrei nicht zu einem obersten Ziel. Und was ich unglaublich wichtig finde ist (deswegen ist ja auch der WindelFrei Begriff eher so ein bisschen unpassend…) ist: Kommunikation aus sich heraus. Kommunikation ist eigentlich der schönere Begriff. Denn unsere beiden Kinder haben im ersten Jahr Windeln getragen – vielleicht ein bisschen seltener. Aber ohne Windeln zu sein, war eben nie das Ziel. Und auch nicht, dass sie möglichst früh trocken werden, sondern:

Unser Ziel war und ist immer, die Bedürfnisse zu sehen und eben auch das Bedürfnis, sich nicht schmutzig zu machen und sich nicht anzupinkeln.

Anna, WindelFrei Erfahrungsbericht

Macht euch keinen Stress. Es wird immer Phasen geben, wo es besser läuft und eben auch die Kommunikation besser läuft. Und genauso wird es Phasen geben, wo es mal nicht so läuft.

Und es ist völlig okay. Alles darf sein.

Ich danke dir, dass du über euch und eure WindelFrei Erfahrungen berichtet hast. Ich wünsche euch alles Gute.

Dich packt dieses Thema? Mich auch. Und weil ich weiß, dass dir WindelFrei eine wirklich intensive Beziehung zu deinem Baby von Anfang ermöglicht, ist das ein Baustein in meiner Arbeit als Mentorin für innige Mutter-Kind-Beziehung. Lies noch mehr zu WindelFrei als alternativer Ansatz fürs Trockenwerden von Anfang an auf meinem Blog und hol dir einen Überblick bei Wikipedia.

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Norma Burow

Ich bin Dr. Norma Burow,

Mentorin für innige Mutter-Kind-Beziehung. Ich stärke die innige Verbindung zwischen Müttern und ihren Kindern von Anfang an, denn ich will eine bessere Welt für uns und unsere Kinder.


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