Wie ich wurde was ich bin: Mein Weg zur Mentorin für innige Mutter-Kind-Beziehung

Norma Burow/ May 29, 2022/ 14 comments

Viel verändert sich in den letzten Jahren bei mir. Es wird Zeit, mein Leben bis hier hin mal genauer zu betrachten. Wo komme ich eigentlich her? Wie hängt alles zusammen?

Meine Entscheidung etwas völlig anderes beruflich zu machen, als die gerade Linie meines Lebenslaufs vorsieht, hat mir geholfen, zu mir zurück zu kommen. Zu lange war ich im Modus, ich muss. Und tatsächlich gibt es Schlüsselmomente, an denen ich mein Erbe erkenne und andere, die meinen Wandel andeuten.

Erst jüngst kam der Angriffskrieg auf die Ukraine und mir wurde deutlich, welch epigenetisches und transgenerationales Erbe ich trage. Ein Erbe der Gefühllegasthenie, des unbedingten Leistungswillens und der Orientierung im Außen.

Und so schwimme ich mich frei: Nehme Einladungen auf meinen Wegen wahr. Erkenne wichtige Schritte. Nehme mich selbst voll und wichtig. Übernehme Verantwortung für Wandel. Für mich persönlich. Für die Welt.

  1. Winter 1944-45: Meine Oma und ihre Familie fliehen am Ende des 2. Weltkrieges aus Rzepin (bis 1945 Reppen). Sie erlebten viel Irrwege, Elend und Verzweiflung. Meine Oma gebar im November einen Sohn, den sie schützend auf der Flucht an ihre Brust drückte. Ihre Schwester wurde nach Sibirien in ein Arbeitslager verschleppt. In der DDR durfte sie nicht darüber sprechen und musste alle Unterlagen, wie z.B. ihre Tagebuchaufzeichnungen, vernichten. 4 Jahre später kommt meine Mutter auf die Welt.
  2. August 1981: Meine Eltern lassen sich scheiden. Ich bin 2 Jahre alt, habe eine 1jährige Schwester und lebe mittlerweile mit meiner alleinerziehenden Mutter gemeinsam mit meiner Oma und deren Schwester in einem Haus. Erzählungen von Krieg, Flucht und Vertreibung brennen sich mir ein.
Norma Burow mit Oma, Großtante, Mutter und Schwester auf einer Hollywoodschaukel, schwarz-weiß Foto
Meine Großtante, meine Oma, ich, meine Mutter und meine Schwester in unserem Garten auf der Hollywoodschaukel zur Einschulung meiner Schwester
  1. 1982: Meine Mutter hängt einen Posterkalender mit den Aristocats an die Tür. Wir leben in der DDR und bekommen ein Paket von Verwandten “aus dem Westen” mit einem Aristocats Poster. Ein Plakat mit Jahreskalender zum Aufhängen, vielleicht Größe A0. Meine Mutter markiert jeden Tag dick rot, an dem ich einen “Tobsuchtsanfall” habe. Heute weiß ich: sie konnte meine Gefühle nicht ertragen. Ihr ging es schlecht. Das war ihr Weg, damit klar zu kommen. Sie, deren Gefühle wohl selber nie gesehen wurden. (Generose Sehr über Krieg und Gefühle.)
  2. März 1990: Wir ziehen nach Berlin. Kurz zuvor fiel die Mauer und es kam eine Zeit des Umbruchs, der Unsicherheit, aber eben auch der Chancen für viel DDR-Bürger:innen. Meine Mutter ergriff die Möglichkeit eine eigene Wohnung zu bewohnen und wir ziehen nach Berlin-Hellersdorf.
  3. Dezember 1996: Ich begehre gegen meinen Schulausschluss auf. Ich hatte mega viele unentschuldigte Fehlzeiten. Ich hatte immer tausend andere Aktivitäten, die ich lieber machen wollte. In der Schule, ganz schlimm in der 12. Klasse, fühlte ich mich einfach nicht aufgehoben. In meiner Nebentätigkeit in einer Jugend- und Freizeiteinrichtung hatte ich Verantwortung, wurde gesehen. Meine Verbindungen zur Schule waren irgendwie gekappt und ich fühlte mich nicht hingezogen. Aus heutiger Sicht würde ich sagen, dass das klare Hilferufe waren, nur niemand hat sich für mich interessiert. Nur irgendwie stand es für mich außer Frage, kein Abitur zu machen. Ich hatte doch gar keinen anderen Plan und so kämpfte ich, was das Zeug hält, erfolgreich und ohne Wissen meiner Mutter.
  4. Sommer 1998: Abitur geschafft und Vollzeit in die Gastronomie eingestiegen. Zuvor habe ich nebenberuflich an einer Cocktailbar in einem Einkaufszentrum gearbeitet. Nun arbeite ich in einem Irisch Pub. Lerne kellnern, Bier zapfen, Personalpläne zu erstellen und Bücher zu führen.
  5. September 1999: Praktikum Klassische Hotellerie in Madrid, Spanien. Ich bin als einzige Ungelernte von 7 weiteren Menschen im Rahmen vom Leonardo-da-Vinci Programm angenommen und lerne 3 Monate in einem spanischen gehobenen Restaurant und Hotel alles von Küche über Hauskeeping bis hin zum Service!
Norma Burow in der Küche des Praktikumbetriebs mit weißer Schürze
Oh, wie lecker. Patisserie Training im Praktikumsbetrieb.
  1. Januar 2000: Ich arbeite als Service Managerin in einem Café und Restaurant mit Cocktailbar. Zurück in Deutschland, in Berlin. Wieder als Ungelernte, aber erwählt, weil mich die Eigentümer aus meiner früheren Beschäftigung kannten, in der ich auch schon Personalverantwortung übernahm. Und hier wurde es für mich deutlich spürbar: Meine alltägliche Konfrontation mit meiner eigenen Unsicherheit. Ich bin ja ungelernt, kann mich nicht den Männern gegenüber durchsetzen, hasste die frauendiskriminierende und sexistische Sprache und das rauhe Klima. Ich belege Platz 1 bei einem Cocktail Wettbewerb in London.
  2. Oktober 2000: Ich studiere BWL an der Europa-Universität Viadrina. Meine Mutter rief mich zur Überbringung der Neuigkeit an: “Norma! Du hast einen Studienplatz in Frankfurt (Oder)!” Einerseits: Oh nein, ich hatte mir doch gerade eine Wohnung in Berlin genommen… Andererseits: Yesss!! Ausweg aus meiner Lage gefunden! Ich wollte nämlich eigentlich schon studieren, um meinen Horizont zu erweitern. Und BWL, weil ich meinen eigene “Gastronomische Einrichtung” eröffnen wollte, in der ich die Cheffin war.
  3. Juni 2005: Ich bekomme ein Angebot als Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für VWL zu arbeiten. Studium beendet, Workshop besucht “Auf der Suche nach dem Job, der zu mir passt.” und doch die Option gewählt, die am weitesten weg von meiner Vision lag… Wenn mein Prof. denkt, dass ich fähig bin, dann wird das auch so sein. Im Nachgang fragte ich mich oft, ob mein Prof. meine Bewerbung überhaupt gelesen hat oder ob er mich nicht nur einfach eingestellt hat, weil er mich kannte. Das habe ich natürlich auch positiv ausgelegt, weil es darauf einzahlt, dass meine Arbeitskraft schon wertvoll war. Danke für ein weiteres Mal Einschätzung von Außen, dass ich gut bin…
  4. Oktober 2005: Ich gebe meine erste Lehrveranstaltung. Und das war nur der Anfang. Im Laufe der nächsten Jahre habe ich zig Vorlesungen, Seminare, Übungen vor über 100 Studis gehalten. In Fächern und Themen, die ich nicht kannte, sondern mich gerade eingearbeitet habe. Ich fühlte mich permanent als Schaf im Wolfspelz. Und hatte permanent Angst, entdeckt zu werden. Jede Nacht vor einem solchen Auftritt habe ich durchgearbeitet, jedes Quäntchen fein säuberlich ausgearbeitet, um für jede Frage gewappnet zu sein. Dafür ging massiv Zeit drauf, wo doch eigentlich von mir erwartet wurde an meiner Doktorarbeit zu arbeiten.
Norma Burow vor Fenster lachend
Meine Wohnung in Frankfurt (Oder) – heiß geliebt und am liebsten nach Berlin mitgenommen.
  1. April 2007: Ich reiche meinen Promotionsantrag in VWL ein. Mittlerweile war ich nach Frankfurt (Oder) gezogen und liebe die kurzen Arbeitswege, doch das Segeln in Berlin um so mehr… Ich habe massive Schreibblockaden und die Angst vor dem leeren weißen Blatt ist eine ständige Begleiterin. Ich beginne mit Yoga und Meditation.
eine junge Frau segelt auf einem See. Sie sitzt auf einer roten Jolle und hält die Schot in der Hand.
Ich segle und mache meine SBF Binnen in Berlin im Wassersportzentrum der TU Berlin.
  1. März 2010: Ich stelle einen Drittmittelprojektantrag. Als Nicht-Promovierte. Mein Prof. lässt mir völlige Handlungsfreiheit. Letztendlich soll es bis zur Bewilligung mit riesen Hick und Hack an Bürokratie noch 1,5 Jahre dauern, bis die endgültige Finanzierungssumme von 0,5 Mio. EUR bestätigt wird. Derweil liebe ich weiter das ortunabhängige Arbeiten und ziehe wieder zurück nach Berlin. Ich beginne mit dem Schreiben meiner Morgenseiten in der Freewriting Methode und habe das Gefühl mir wieder näher zu kommen. Ich enscheide mich mal wieder ganz spontan, allein an einem Segeltörn teilzunehmen, an dem ich niemanden kenne. Diesmal rund um die Kanaren. Ich werde Ko-Skipperin und verliebe mich in einen Mann, den ich auch heiraten werde (Mehr dazu erzähle ich in meinem Artikel zu meinem Claim.)
Norma Burow am Steuerrad eines Segelboots im Hintergrund das Meer
Ein kritischer Blick beim Segeltrimm
  1. Oktober 2011 – Dezember 2013: Ich bin Projektmanagerin eines Forschungsprojektes. Durch die Durchführung des Projekts, findet sich auch endlich Struktur und weiterer Inhalt meiner Doktorarbeit. In der Koordinierung des Projektes im Verbund zweier Hochschulen, habe ich jedoch rund um die Verwaltungstätigkeiten ziemlich viel zu tun. Mein Team will versorgt, die Studies betreut und die Konferenzreisen vorbereitet werden. Ich arbeite jedoch hauptsächlich ortsunabhängig, kreativ, konzeptionell und bin meine eigene Cheffin, alles liegt in meinen Händen. Das gefällt mir sehr. Ich habe irgendwie das Gefühl von Bedeutung – meiner Person und eines gesellschaftlich relevanten Themas: “Geschlechterstereotype als Ursache persistenter Geschlechterdisparitäten – Potenziale der Familien- und Arbeitsmarktpolitik zur Durchsetzung von Chancengleichheit”.
  2. April 2014: Abgabe meiner Doktorarbeit und Beginn meiner Tätigkeit an einem Forschungsinstitut. Yippie und Genial: Ich werde an einem der wichtigsten deutschen Forschungsinstitute eingestellt!! Danke für die Einschätzung, dass ich gut bin. Nur stellt sich bald Unzufriedenheit und Frust ein: Meine Einbindung in die Organisation ist überhaupt nicht durchdacht. Es gibt Konflikte und Zuständigkeitsgerangel. Ich arbeite viel, will unbedingt zeigen, dass ich es drauf habe. Doch Erfolge in Form der harten Währung in der Wissenschaft bleiben aus: Keine Publikationen in einschlägigen Journals, meine Forschungsprojekte nicht anschlussfähig, keine ortsunabhängige Arbeit mehr, kein Home Office im Garten mit Besuch von einem Reh, kein Arbeiten am See mit Blick aufs Wasser, täglich 2 Stunden Pendelzeit mit den Öffis.
  3. März 2015: Zunehmend empfinde ich eine starke Beschränkung meiner Freiheit im Denken. Auf Konferenzen bin ich nur noch mit Ellenbogen konfrontiert; meine feinen Antennen sind auf Dauer in Alarmbereitschaft. Ich habe vermehrt Angst auf den Flur zu gehen, denn ich könnte ja zu meinen aktuellen Projekten gefragt werden. Ich finde immer mehr Halt in meiner Yoga-, Meditations- und Achtsamkeitspraxis. Ich schreibe wieder intensiv Morgenseiten. Außerdem spiele ich zum ersten mal mit dem Gedanken, etwas ganz anderes in meinem Leben machen zu wollen.
  4. März 2016: Mein befristeter Arbeitsvertrag wird nicht verlängert werden und ich heirate. “Ja, ökonomische Experimente sind ja nun nicht das, was wir wollen. Und Gender?! Naja. Vielleicht sollten Sie darüber nachdenken, die Disziplin zu wechseln!” Bähm. Ich war platt und richtig verärgert. Wie können sie nur? Ich hätte es doch noch weiter ertragen, denn schließlich gab es doch sicheres Geld! Und ich würde doch bestimmt noch Publikationen landen können!!! Zum Glück hatte ich ab nächsten Tag Urlaub und meine Hochzeit am kommenden Wochenende, um alles sacken zu lassen. Dann realisierte ich es: Endlich Freiheit!!! Ich kann endlich heraufinden, “was ich wirklich werden will, wenn ich groß bin. Und nicht mehr nur das nehmen, was so schön in meinem Lebenslauf passt.” Etwas, zu dem ich wirklich, wirklich Lust hatte. Ich will nie wieder etwas tun, bei dem ich mit Angst auf den Flur gehen muss.
Norma Burow läuft als Braut gemeinsam mit ihrem Mann auf der Straße
Gemeinsamer Weg in eine aufregende Zeit.
  1. April 2016 bis Dezember 2016: Eine Reihe gescheiterter Behandlungen in der Kinderwunschklinik. Ich war jahrelang ungewollt kinderlos. Naja, ab wann fängt “man” an, es zu realiseren? Zumdindest begaben wir uns nun in Fachhände. 1. gescheiterter Versuch, der 2., der 3., der 4. Dann die Entscheidung mal meine Gebärmutter operativ zu untersuchen und eine Langzeit-Therapie mit Antibiotika vorzunehmen. Ich quäle mich weiterhin jeden Tag ins Büro.
  2. März 2017 – Mai 2017: Mein Arbeitsvertrag endet und ich starte in meine kreative Auszeit. Ich nehme all mein Resturlaub sowie den anteiligen Jahresurlaub, um 1 Monat früher aussteigen zu können und räume mein Büro an einem Tag. Soviel habe ich noch nie auf einmal weggeworfen. Damit ist mein Ausstieg aus der Wissenschaft besiegelt, auch wenn ich noch heute von Manchen nicht verstanden werde… “Wozu hast du denn deinen Doktortitel gemacht?” Anschließend nehmen wir einen ganzen Monat gemeinsam Urlaub, fahren in die Toskana und werkeln am Haus. Ich wollte die kommenden Monate voll kreativ sein. Endlich was handwerkliches tun. Doch nanu? Ich bin plötzlich schwanger. Natürlich und spontan! What???
Landschaftsblick Toskana mit nackten Füßen im vorderen Blickfeld
Mein liebster Urlaubsblick – ich genieße die Auszeit nach dem Ausstieg aus der Wissenschaft
  1. Mai 2017 – Januar 2018: Meine Schwangerschaft und mein Weg zurück zu mir. Von meinem Kopf in den Körper. Die ersten Monate verbrachte ich unfreiwillig aber trotzdem gemütlich auf meiner Gartenliege. Ich meditierte viel, las Bücher und machte mich auf den Weg meine selbstbestimmte Geburt zu organisieren.
  2. Januar 2018: Ich bekomme mein Kind wie geplant zuhause. Die Hebamme kam 5 Minuten zu spät. Doch mein Mann und ich waren voll gut vorbereitet und ich in meiner Mitte.
  3. Februar 2018: Unsere Tochter wird ein Abhaltebaby. Wir starten in die WindelFreiheit und in unsere bewusste Elternschaft. Wir bekommen viele Fragen, Vorurteile, Ratschläge und insbesondere ich empfinde sehr vieles sehr grenzüberschreitend. “Nein, ich setze mich runter zum meinem Baby auf die Decke. Ja, ich trage sie und stecke sie nicht in den Kinderwagen. Ja, wir schlafen im Familienbett. Ja, sie macht Mittagsschlaf auf meinem Arm und nicht im Bett. Ja, wir füttern sie nicht, sie soll ihrem eigenen Tempo folgen können.” Ich kämpfe für Freiräume, So-sein-Wollen-wie-ich-will, gegen meine Unsicherheit und beginne mich intensiv mit der Literatur um bindungs- und bedürfnisorientiertes Leben mit Kindern auseinanderzusetzen. Mein Lieblingsbuch, Augenöffner und Einstieg ist damals Jesper Juul: “Mein kompetentes Kind”.
Norma Burow hält ihr Baby das sich an ihren Hals kuschelt
Warum legst du sie nicht ein Mal ab? Was? Sie schläft ihren Mittagsschlaf nicht im Bett? So oder ähnlich. Immer.
  1. September 2018: Wir entscheiden uns, unsere Tochter nicht in die Kita zu geben. Bis das Geld alle ist, haben wir gesagt, wollen wir sie am liebsten zuhause zu betreuen. Weil wir Lust darauf hatten, eng mit ihr zusammen zu sein und die Zeit mit unserem Wunschkind, diesem Wunder, voll auszukosten.
  2. Januar 2020: Ganz dringende Frage nach meinem beruflichen Weg. Ich lese in der Zeitschrift “Mit Kindern wachsen” und werde auf der letzten Seite plötzlich über mögliche Ausbildungswege informiert. Wow! Dieses Gefühl! Mein ganzer Körper ging extrem in Resonanz. Ich fühlte mich plötzlich wachgeküsst. Dann fiel mir ein, dass ich mal von einer WindelFrei Coaching Ausbildung im Artgerecht Projekt gehört hatte. Ich habe das sofort gegoogelt und gebucht. Im selben Jahr absolviere ich außerdem noch die Ausbildung zur Kleinkind Coachin im Artgerecht Projekt und die Kinästhetik Infant Handling Fortbildung.
  3. März – Juli 2021: Ich gründe meine Elternberatung und begebe mich auf die Reise ins Online Business. Meine eigene Entwicklung geht durch stürmische See, denn ich entwickle mich auf allen Ebenen gefühlt gleichzeitig: persönlich, unternehmerisch, als Mama und als Partnerin. In mein Business starte ich mit WindelFrei und kreiere als erstes Produkt Just WINDELFREI, ein gratis Workbook zur Unterstützung der natürlichen Säuglingspflege, mit dem meine Kundinnen Signale und Rhythmus der Ausscheidungen ihrer Babys leichter erkennen können. Mein erster Newsletter geht raus und ich schreibe Blogartikel. Die neuerdings flexiblen Arbeitszeiten meines Mannes erlebe ich zunehmend zermürbend, denn in unserem kitafreien Leben finde ich kaum Struktur für mich. Ich versuche ein Netzwerk von kitafreien Menschen in unserer Region aufzubauen und scheitere.
  4. August bis November 2021: Meine Kundinnen empfinden WindelFrei als Katalysator, der ihnen aufzeigt, sie müssen sich stärker um sich selbst kümmern. Ich führe mehr als 50 Interviews durch, um die Herausforderungen meiner Kundinnen zu begreifen. Dabei stelle ich fest, dass die meisten Frauen eigentlich ein Thema mit sich selbst haben. Sie gehen permanent über ihre eigenen Grenzen, kennen weder ihre körperlichen Signale, noch ihre Bedürfnisse, geschweige denn Strategien zu deren Befriedigung. Dabei passieren häufig Grenzüberschreitungen ihrer engsten Verwandten und von Menschen, deren (Fach-)Urteil sie verunsichert. Sie kennen ihre innere Mitte nicht und wissen nicht, woher sie Kraft schöpfen können, nicht auszubrennen und dennoch liebevoll mit ihren Kindern zu sein. Ich helfe ihnen, sich abgrenzen zu lernen und wieder Räume für ihre Intuition und ihre Körperweisheit wachsen zu lassen.
  5. Dezember 2021: Vertiefen von Embodiment und Achtsamkeitspraktiken. Ich komme mit Embodiment in Kontakt. Wow! Ich darf sein. Alles darf sein. Alles ist hier. In mir. Plötzlich erkenne ich, dass WindelFrei der Schlüssel zu Körperweisheit ist, der unseren Kindern ermöglicht, bei sich zu bleiben. Etwas, dessen wir uns erst wieder mühsam bewusst werden müssen! Wobei uns WindelFrei kurioserweise hilft: Wusstest du, dass WindelFreiheit deiner Intuition verhilft (wieder) aufzusteigen? Seither integriere ich Körperbewusstsein noch viel stärker in meine Coachings und auch in mein eigenes Leben, weil es mir ermöglicht, zu erspüren, wo meine Grenzen sind. Schon bevor ich explodiere!
Kind mit Gesichtsschminke im Stile des Dia de los muertos schaut seine Mama an, die noch den Pinsel in der Hand hat und in die Kamera lächelt.
Ausgeglichen. Gelassen. So klappt auch die Gesichtsbemalung mit wackeligem Kleinkind
  1. Heute: Ich erlaube mir selbst wieder mehr Raum für Selbstfürsorge, Loslassen und Körperbewusstsein. Wir leben noch immer kitafrei mit unserer 4jährigen Tochter. Allerdings hat sie nun ein offenens Zeitfenster und auch mir würde es helfen, sie vormittags betreut zu wissen, doch nun bekommen wir keinen Platz… Und in der Hektik des Alltags zwischen flexiblen Arbeitszeiten meines Mannes und meinen Businesszeiten, der Gestaltung unserer Zukunft als Familie, dem Rennen gegen Mauern aus Glaubenssätzen und verletztem inneren Kind, vergesse ich manchmal meinen stärksten Antrieb: die Beziehung zu meiner Tochter. Ich will eine innige Beziehung zu ihr, denn ich verspreche mir zuallererst davon, dass sie mir vertraut, dass ich hautnah erleben darf, wie sie ihre eigenen Kinder liebevoll begleitet und sie es mit ihren Kindern leichter hat. Und ich darf auf mich aufpassen, denn je besser ich bei mir bin und meinen Körper spüre, desto inniger ist meine Beziehung zu ihr.

Ich habe diesen Artikel inspiriert durch Judith Peters @Sympatexter BoomBoomBlog2022 Challenge verfasst. Sie hat uns eingeladen, einige Stationen unseres Lebens auszuwählen, um unseren Weg mit unseren Leser:innen zu teilen. Ihren eigenen Weg, den sie mit 20 Stationen beschrieben hat, finde ich sehr bestärkend.

Norma Burow

Ich bin Dr. Norma Burow,

Mentorin für innige Mutter-Kind-Beziehung. Ich stärke die innige Verbindung zwischen Müttern und ihren Kindern von Anfang an, denn ich will eine bessere Welt für uns und unsere Kinder.


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14 Comments

  1. Liebe Norma, nun hab ich gerade so viel Erstaunliches über Dich erfahren. Was für einr tolle Reise Du hinter Dir hast. Wahnsinn! ❤

    1. Liebe Andrea, ha! Du sagst es, Wahnsinn. Und bei einem Wegpunkt trafen unsere beiden Reiserouten sich! Darüber freue ich mich auch immer noch sehr.

  2. Sehr spannende Reise. Du hast quasi eine 180 Grad-Wendung hinter dir. Ich wünsche dir ganz viel Zufriedenheit beruflich und vor allem in der Beziehung zu deinem Wunschkind! ❤️

    1. Vielen Dank, liebe Susanne! Das stimmt, 180 Grad… das wurde mir beim Schreiben auch noch mal klar. Mich selber sehen und wertschätzen darf ich immer wieder.

  3. Liebe Norma, unglaublich, wie Du den Weg zu Dir selbst immer wieder findest und Deiner/Eurer Tochter die bist, die sie braucht. Ich wünsche Euch als Familie das stabile Fundament, das Ihr jetzt schon so lange baut und immer wieder die Kraft, den Mut und die Liebe, die es braucht, um gemeinsam zu wachsen und zu leben. Herzliche Grüße Sylvia

    1. Danke, liebe Sylvia! Danke! Du hast Recht, an manchen Tagen braucht es mehr Kraft und Mut als an anderen. Und dann trägt ein offenes Herz und die Liebe ❤️

  4. Liebe Norma, danke, dass du so authentisch von deinem Weg erzählst! Du hast ja als erste Station eine Zeit vor deiner Geburt gewählt, das fand ich sehr spannend und hat mich nachdenklich gemacht. Und ich kann viele Wegpunkte sehr nachfühlen. Vielen Dank! Liebe Grüße, Wiebke

    1. Liebe Wiebke, vielen Dank! Ich habe lange darüber nachgedacht, ob das zu mir und meinem Weg gehört und überhaupt auch in den Text gehört… Doch durch meine vielen Erkenntnisse über die Entwicklung unserer Kinder, derer/unserer Gehirne, die Suche nach Vergebung für meine eigene Erziehung, ist mir klar geworden, dass ich die Station NULL (oder t-1 ☺️) angeben darf.

  5. Wow was für eine Achterbahn (meiner Gefühle 🙈) . Wie beeindruckend. Ich bin neidisch getriggert, weil du es so großartig geschafft hast deinen Weg so zu gehen wie du das wolltest.

    1. Liebe Alexandra, danke. Und jeden Tag aufs Neue 😇 wieder rein in die Achterbahn… In meinem Abi-Buch hat jemand geschrieben, ich würde immer wissen, was ich will. Das war mir niiiie bewusst und auch heute komme ich oft an herausfordernde Weggabelungen – ach manchmal sind es nur kleine Pflänzchen am Wegesrand, die ich mir erstmal ganz genau anschauen muss.

  6. Liebe Norma, wow, so ein spannender Artikel und Lebensweg. Die Idee vor deinem Leben anzufangen, macht ja so viel Sinn. Sind wir doch so sehr geprägt von dem Leben vor unserem Leben!
    Und ein paar Parallelen hab ich auch gefunden: kitafrei und Embodiment.
    Vielen Dank dir!

    1. Liebe Hannah, vielen Dank für dein Feedback! Ich mochte die Idee auch, diesen Artikel vor meinem eigenen ersten Lebensschritt zu starten. Es bietet ein paar gute Erklärungen für meine/unsere Entwicklung!

  7. Was für ein unglaublicher Weg, danke fürs Teilen. Auch ich habe mich immer wieder “falsch” gefühlt, habe funktioniert. Um so schöne, wenn sich dann neue (eigene) Wege auftun. Hin zu sich selbst. Und noch schöner, wenn man dann was von der eigenen Erfahrung an andere weitergeben darf.

    Liebe Grüße aus München von Marita

    1. Liebe Marita, welch wundervoller Kommentar. Ich danke dir! Es fühlt sich nun auch so richtig an, diese Erfahrung weiterzugeben.

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